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Stand: 07.09.2010 Herausgeber: Prof. Dr. Maximilian Herberger Home Impressum E-Mail an die Redaktion

Bernd Sommer *

Beck´sche Demo-CD-ROM

JurPC Web-Dok. 1/1997, Abs. 1 - 20




Kaum einem Software - Update - Angebot kann ich widerstehen. Stets gibt es anscheinend unlösbare Probleme, die bei der Arbeit aufhalten. Ich erhoffe mir Abhilfe. Manches könnte auch bloß schneller oder bequemer ablaufen. Etwas anders ist es mit den schlichten Nachlieferungen. Sie haben nur ausnahmsweise mit der Programmqualität zu tun. Sie sollen lediglich Inhalte vervollständigen oder aktualisieren ("up to date" bringen). Solche Aktualisierungen gibt es auch für die NJW - Leitsatzkartei auf CD - ROM. Vor einigen Jahren habe ich sie erstmals gekauft und dann abonniert, weil mich das urzeitliche Blättern in einer Hand voll kleiner dünner Papierstückchen im Kinokartenformat immer an den Rand des Wahnsinns getrieben hatte. Jeweils ungefähr sechs Wochen nach Ablauf eines Kalendervierteljahres erhalte ich nun eine neue CD-ROM mit aktualisierten Datensätzen. Zuletzt hätte das am 4.2.1997 für das letzte Vierteljahr 1996 sein können, wenn nicht die Sendung fünf Wochen lang beim Buchhändler untergetaucht gewesen wäre. Allein der Computer hat sich an ihre Existenz und mich, nach einem Monat, an die angeblich überfällige Bezahlung erinnert. JurPC Web-Dok.
1/1997, Abs. 1

Auch zu der bislang neuesten Scheibe ist das Suchprogramm nur als DOS - Anwendung verfügbar. In einem der letzten NJW - Hefte findet sich, plötzlich und nahezu unerwartet, eine Demo-CD-ROM, die nach echtem Update, im Sinne einer Verbesserung, aussieht. Sie soll es ermöglichen, u.a. die Leitsatzkartei "jetzt für Windows" zu testen. Abs. 2

Seit Jahren flehe ich - wahrscheinlich dabei nicht einsam - um eine Windows - Version. Anfangs ist es mir lediglich um den Komfort gegangen. Ich habe mehrere Fenster öffnen und von einem ins andere wechseln wollen. Häufig geht es darum, daß ein juristischer Text unter Word für Windows entworfen wird, dabei schnell einmal in der Leitsatzkartei nachgesehen und von dort die Beute in den Text überführt werden soll. Abs. 3

In meiner ausgedehnten Bastelkarriere habe ich hin- und wieder Festplatten und CD - ROM - Laufwerke ebenso wie ihre Taufnamen (C:, D:, E: usw.) wechseln müssen. Dann hat zunächst erst einmal gar nichts mehr mit der DOS - LSK-CD funktioniert. In diversen Dateien ist - relativ gut versteckt - festgehalten, wo das Programm die benötigten Komponenten finden soll oder darf. Das hat dann jeweils gefunden und angepaßt werden müssen. Bei Windows - Programmen - so sagt man - soll es solche Schwierigkeiten gar nicht mehr geben. Besonders heftig hat sich der Wunsch nach einer Windows - Version nach der Installation von Windows 95 entwickelt. Bei einem Rechner ist es mir erst nach viel Mühe und Zeitaufwand gelungen, die LSK im DOS - Fenster aufzurufen und abzufragen. Bei dem nächsten Rechner gab es unendlich viele Abstürze und schwarze Bildschirme, bis ich mich herabgelassen habe, für die LSK jeweils neu zu booten, um im MS-DOS - Modus neu zu beginnen. So habe ich, weil es mehr Zeit gekostet als eingespart hat, die Lust an der elektronischen Leitsatzkartei fast verloren. Hinzu war allerdings gekommen, daß auch die Juris - Abfrage durch einen Datex-P - Knoten im Ortstarifbereich deutlich billiger geworden war. Die Abfragegeschwindigkeit (vom Sinix - Rechner aus) hat sich als durchaus konkurrenzfähig erwiesen, denn auch bei einem schnellen CD-ROM-Laufwerk muß erst die richtige Disk eingelegt sein, manchmal sogar erst gefunden werden, und das Suchprogramm muß gestartet werden. Außerdem verrät Juris meistens etwas mehr an Inhalt als die Leitsatzkartei. Irgendwie es mir dann gelungen, an einem Anwendertest für die Windows - LSK - Entwicklung teilzunehmen. Deshalb habe ich auch eine Ahnung gehabt, was die Demo - Beilage zur NJW enthalten könnte. Abs. 4

Zuerst habe ich versucht, die Windows - Demo eben da zu installieren, wo ich sie am meisten vermißt hatte, nämlich auf einem Windows95 - Pentium - 90 MHz - Rechner. Dummer Weise habe ich ganz schlau sein wollen. Um mich der Demo möglichst schnell wieder entledigen zu können, habe ich die Installation unter der "Installationsüberwachung" von Uninstaller 4.0 versucht. Das Ergebnis ist ein Absturz erster Klasse gewesen. Nach umfangreichen Aufräumarbeiten auf der Platte habe ich mich sogar hinreißen lassen, die Demo ohne weiteres Ansehen und Anhören zu rückstandsfrei zu entsorgen. Für ausgiebige Bemühungen, den Schuldigen - vielleicht gar mich selbst - zu überführen, ist mir hier die Zeit zu wertvoll gewesen. Natürlich muß ich es jetzt hinnehmen, daß die Vermutung gegen mich spricht. Abs. 5

Für Experimente, die mir am Hauptarbeitsplatz zu riskant erscheinen, habe ich mir eine Promenadenmischung gezüchtet. Sie muß allem Asyl gewähren, was anderswo dem Stand der Technik oder der Mode nicht mehr genügt. Dieser Resteverwerter schnauft mit einer 386DX-33MHz - CPU und einem Double-Speed - CD - Laufwerk vor sich hin. Er verrichtet aber jede Tätigkeit klaglos, bei welcher HighTech gern erst einmal zusammenbricht. So auch hier. Die Installation gelingt auf Anhieb und - zunächst ein Versehen von mir - auch ein zweites Mal, so daß ich zwischen zwei Icons Namens "Beck'sche Demo-CD-ROM" auswählen kann. Der Doppelklick auf ein solches Icon läßt mich bereits nach 35 Sekunden des Plattenratterns einen optisch hochwertig gestalteten Eingangsbildschirm erblicken, auf welchem sich Hotspots tummeln, d.h. Bereiche auf dem Bildschirm, die auf Mausklicken meistens positiv reagieren. Sie sind betitelt mit "Gesamtverzeichnis", "Elektronische Produkte" und "Highlights" sowie "LSK Leitsatzkartei des deutschen Rechts". Eine Laufschrift taucht auf und befiehlt: "Klicken Sie hier für die LSK-Demo". Ich gehorche. Nun öffnet sich ein Pop-Up-Fenster. Es regt an, zu wählen zwischen "Information", "Präsentation" und "Softwaretest". Ich vermute die LSK hinter dem "Softwaretest", möchte aber erst eine "Präsentation" erleben. Nach wiederum vielen Sekunden höre ich aus den Lautsprechern ein Geräusch wie beim Kartenspielen und, tatsächlich, es werden - so glaube ich zu erkennen - Leitsatzkärtchen auf den Bildschirm geblättert. Dann folgt eine gemächlich animierte Präsentation. U.a. wird demonstrativ nach "geschwindigkeit*" gesucht. Von mir auch...(aber sicher ist das nur der alte 386er mit der Festplatte vom vorletzten Jahr)... Abs. 6

Wenn ich jetzt noch eine ordentliche Grafikkarte und einen größeren Monitor hätte, könnte ich die Präsentation bestimmt viel mehr genießen... Somit fällt die Entscheidung. Ich gehe erneut an die Installation auf einem Pentium 90 MHz - genau genommen auch schon veraltet - mit Windows95, jedoch diesmal ohne sogenannte Vorsichtsmaßnahmen. Es funktioniert! Die CD meldet sich von allein. Ich hangele mich durch die Abfragen, ob die CD installiert werden soll und dann auch noch die LSK-Demo. Nach deren Start versuche es nun gleich mit dem Auswahlpunkt "Software-Test". Ich bin erst einmal verblüfft. Die Suchwörter, die ich auf der Anwendertest-CD eingegeben hatte, um mit der Demo-CD auf dem anderen Rechner zu vergleichen, sind schon vorgegeben. Offenbar hat das eine Beck-Programm die vom anderen "gemerkte" Eingabe wieder aufgenommen. Es zeigt sich: Abs. 7

Abs. 8

Im Feld unter "Suchen:" steht deshalb bereits "Handelsvertreter und Buchauszug". Nach Betasten der Eingabe -Taste oder Mausklick auf den Schalter mit der Aufschrift "Suchen" wird von der Demo-CD angezeigt: "Ein gefundenes Dokument: ...". Nachdem die Anwendertest-CD mit denselben Suchbegriffen sieben Fundstellen bietet, gehe ich aber davon aus, daß auch das marktreife Produkt mindestens dasselbe, befriedigendere, Ergebnis liefert. Nun kommt der erstrebte Windows-Genuß. Ich klicke das Drucker-Symbol in der Symbolleiste an. Sogleich - d.h. ohne weitere Einstellungen - wird der Leitsatz über den in Windows als Standarddrucker bezeichneten Drucker ausgegeben. Mit der Maus kann ich Teile des Leitsatzes markieren, über die bei Windows üblichen Tasten kopieren (Strg+C) und in ein anderes Fenster, z.B. in den Winword-Text, wieder einfügen (Strg+V). Abs. 9

Am oberen Rand des LSK-Demo-Fensters sind Schaltflächen angeordnet: Abs. 10

Verstehen Sie sofort, was die einzelnen Bildchen andeuten sollen? Hierzu vermisse ich die Anzeige von "Hints". In modernen Programmen ist es häufig so eingerichtet, daß man nur kurze Zeit mit dem Mauscursor über einer Schaltfläche verweilen muß, um dann einen Hinweis ("hint") über ihre Bedeutung aufleuchten zu sehen. Hinreichend aufklären kann man natürlich auch anders, nämlich über das Menü: "Hilfe", "Inhalt": Abs. 11

"Wenn Sie bestimmte Befehle und Bedienungselemente systematisch nachschlagen wollen, so klicken Sie bitte mit der Maus auf die folgende Überschrift (sensitive Fläche): Abs. 12

"BeckView 1.0 - Schaltflächen und Menüs"

Klickt man sich dann durch, bis zu "Die Schaltflächen" und der zweiten Schaltfläche von rechts (s.o., gelb), dann wird erklärt:

Abs. 13

"Ein Dokument markieren"

Die Schaltfläche markiert ein Dokument. Sie können Dokumente markieren, um diese anschließend gezielt auszudrucken.

Abs. 14

So markieren Sie ein Dokument:

  1. Zeigen Sie das Dokument an, das Sie markieren möchten.

  2. Klicken Sie auf das Symbol oder wählen Sie aus dem Menü Bearbeiten den Befehl Markieren.

Sie sehen, wie sich die Farbe der Titelzeile verändert.

Abs. 15

Markieren konnte man auch bei der DOS-Vorgängerin; dann sollte ein Häkchen im Rahmen dies bestätigen (bei mir war das meistens eine hochgestellte "1" und / oder sonstige Grafikzeichen). Hier aber ist alles klar und sauber dargestellt: die markierte Entscheidung wird in der ersten Zeile ebenfalls gelb eingefärbt. Abs. 16

Die Form der Sucheingaben ist komfortabel angelegt. Zwar habe ich anfangs, wohl aus Gewohnheit von "JURIS" her, ein zweites Feld für die verknüpfte Sucheingabe vermißt. Sonst suche ich nach Möglichkeit immer erst zum Paragraphen, z.B. "UWG § ... " und ergänzend mit Schlagwörtern oder Fundstellen usw. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht dazu einlädt, läßt sich hier die Suche über "Paragraph" auch im Eingabefeld "Suchen" gut erledigen. So führt z.B. die Eingabe "UWG § 13 Mitglieder", allein in dieses eine Feld, durchaus zum Erfolg (...BGH; 18.10.1995; I ZR 126/93, BGHZ 131, 90 ....). Abs. 17

Für eine neue Suche muß man nicht die Eingabefelder einzeln löschen oder überschreiben. Sehr schnell und bequem bewältigt dies der Schalter "Neu" für sämtliche Eingabefelder auf einmal. Abs. 18

Leider habe ich es - mit allerdings nur mäßigem Forschungsaufwand - nicht herausgefunden, wie die Fundstellen sortiert werden können. Ich finde es grundsätzlich optimal, wenn ich die neueste Entscheidung zuerst sehe, d.h. wenn alles nach Datum, absteigend, sortiert ist. Auch über die Hilfefunktionen habe ich hier keine Unterstützung erfahren. Arbeiten läßt sich ohne die Sortierung natürlich auch. Vielleicht ist die in der "Demo" vermißte Option gar bei der nächsten Aktualisierung im "Dos zu Windows" - Update enthalten? Abs. 19

Die "LSK für Windows" hat mir so gut gefallen, daß ich zuerst heftig enttäuscht gewesen bin, noch einmal eine DOS-Aktualisierung entgegennehmen zu müssen. Den Wunsch, die nächste Lieferung "für Windows" zu erhalten, habe ich sofort angemeldet. Alle Anwender, die bei der "LSK für DOS" bleiben wollen oder müssen, glaube ich trösten zu können. Das bloße Suchen, Finden und und Darstellen scheint mir unter DOS vielleicht doch noch etwas flotter abgewickelt zu werden. JurPC Web-Dok.
1/1997, Abs. 20


* Bernd Sommer ist Vorsitzender Richter am Landgericht Coburg. Weitere Informationen zu seiner Person und von ihm zur Verfügung gestellte Software für Juristen finden sich auf seiner Homepage. E-Mail an den Autor.


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[26.09.97]

Zitiervorschlag: Autor, Titel, JurPC Web-Dok., Abs.